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Starbulls: Mit Anlauf und "Bus-Beinen" ins Verfolger-Duell

Starbulls: Mit Anlauf und "Bus-Beinen" ins Verfolger-Duell
DEL2
Heilbronner Falken setzen auch gegen Primus Landshut auf „Pavlov-Effekt“ / Gaudet kritisiert „Gehirn-Fürze“

Liga-Primus Landshut und Verfolger Rosenheim auf Reisen: Derweil die Niederbayern in Heilbronn den „Pavlov-Effekt“ dramatisch verkürzen wollen, gehen die Starbulls mit 900 km „Anlauf“ und „Bus-Beinen“ direkt ins Verfolger-Duell bei den Fischtown Pinguins (Foto: Ludwig Schirmer). Der Tabellen-Vierte Ravensburg setzt am 23. DEL2-Spieltag alles daran, nicht von den Eispiraten aus Crimmitschau gekapert zu werden. Während Bietigheim „Gehirn-Fürze“ gegen die Lausitzer Füchse unbedingt vermeiden will, muss Neuling Bad Nauheim in Kaufbeuren ran.


Bietigheim Steelers - Lausitzer Füchse (19.30 Uhr)

Als Meister und Titelaspirant gestartet, entwickelt sich die erste DEL2-Saison für die „Eisenmänner“ aus Bietigheim zur Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Zwar halten die Männer von Trainer Kevin Gaudet mit 37 Zählern aktuell „nur“ den sechsten Rang, doch zumindest zum Zweiten Rosenheim ist der Rückstand mit fünf Punkten noch überschaubar. Insofern eigentlich kein Grund zum Trübsal blasen bei Gaudet, wenn seinem Team nicht immer derart viele „Gehirnfürze“ unterlaufen würden, wie Ober-Steeler Gaudet gravierende Defensiv-Pannen deftig zu umschreiben pflegt. Zu bestaunen zuletzt drei Mal in Folge: Sowohl daheim gegen Bremerhaven als auch bei den Eislöwen in Dresden und Neuling Bad Nauheim wurden Niederlagen eingefahren. Gegenläufig ist die Formkurve bei den Gästen aus der Lausitz, die - euphorisiert vom ersten Sechs-Punkte-Wochenende der Saison – unbedingt eine Rechnung mit den Steelers begleichen wollen: Schließlich gingen beide Saison-Vergleiche an Bietigheim (5:1 daheim, 3:2 in Weißwasser). Vor allem in Sachen Teamleistung haben die Ost-Sachsen zuletzt einen großen Schritt nach vorn gemacht. Das sieht auch Trainer Dirk Rohrbach, der dennoch hofft, „dass der Lernprozess bei den Jungs weitergeht. Denn nur mit harter Arbeit in jedem Spiel und gutem Zweikampfverhalten können wir erfolgreich sein.“ Wer weiß, vielleicht bekommen die lernwilligen Füchse ja schon bald Verstärkung. Schließlich hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Marvin Tepper, dessen Vertrag bei den Dresdner Eislöwen gerade aufgelöst wurde, ein Kandidat für Weißwasser ist. Das allerdings wird von den Verantwortlichen derzeit (noch) dementiert.

ESV Kaufbeuren - EC Bad Nauheim (19.30)

Die Joker auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis: Zwei Niederlagen mit 2:13 Toren verdunkelten zuletzt die Gemütslage von ESVK-Coach Didi Hegen. „Wir werden alles daran setzen, um wieder zu siegen!", sagt Hegen. Dabei kann er gegen die Tabellennachbarn aus Bad Nauheim auf Alexander Winkler bauen, der nach seiner Sperre wieder ins Team zurückkehrt. Höchstwahrscheinlich wird auch Hans Detsch mit von der Partie sein, wogegen Philipp de Paly noch an einer Mandelentzündung laboriert, was seinen Einsatz höchst fraglich macht. Die Roten Teufel gastieren seit dem 22. März 2009 erstmals wieder in der Sparkassen Arena. Damals tummelten sich beide Teams allerdings in der Oberliga. Im Fokus steht diesmal vor allem der Sohn von Teufel-Trainer Frank Carnevale, Taylor. Der 22jährige Kanadier zählt mit 30 Scorer-Punkten zu den gefährlichsten Angreifern der DEL2. „Alle Spieler sind fokussiert auf dieses Spiel. In den ersten elf Partien haben wir 15 Punkte geholt, wenn wir in Kaufbeuren gewinnen, haben wir in der zweiten Runde 16 Zähler eingefahren. Damit wären wir auch weiterhin in der Playoff-Spur. Einzig auswärts müssen wir besser scoren, da kommt mir von einigen noch zu wenig", sagt Coach Carnevale. Sein Weg zum Erfolg: „Vielleicht müssen wir auswärts jetzt schon ein bisschen Playoff-Eishockey zeigen. Wenn wir an das Rosenheim-Spiel anknüpfen, dann sollte etwas für uns drin sein." Nicht nur Bad Nauheim ist am Freitag zu Gast, sondern auch ein Filmteam von Servus TV, das anlässlich des 20jährigen DEL-Jubiläums einen Bericht über Didi Hegen drehen wird. Im ersten Spiel setzten sich die Hessen daheim mit 6:3 durch.

Heilbronner Falken - EVL Landshut (20.00)

Wie lange hält der Pavlov-Effekt? Diese Frage soll nach dem Erfolg der Falken in Ravensburg nun kein geringerer als Liga-Primus Landshut beantworten. War bereits der Dreier der Käthchenstädter bei den Towerstars in die Kategorie „Überraschung“ einzuordnen, käme eine Fortsetzung gegen die Niederbayern einer kleinen Sensation gleich. Für den 48 Jahre alten Igor Pavlov ist es der erste Einsatz als Coach in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena. Ein Ort, der bis dato von Gast-Mannschaften gern frequentiert wurde. Schließlich fuhren die Falken ausgerechnet im heimischen Horst nur selten ihre Krallen aus: Mit gerade zwei Siegen daheim ist Heilbronn in dieser Wertung Schlusslicht der DEL2. Beinahe logisch, dass die Falken auch den ersten Vergleich gegen Landshut mit 3:4 abgaben, ehe es im Rückspiel ein derbes 2:7 gab. Angesichts dieser Ausgangslage muss Landshut-Coach Jiri Ehrenberger schon tief in die Trickkiste greifen, um seine Männer nicht leichtsinnig werden zu lassen. „Heilbronn hat mehr Qualität im Kader als die momentane Platzierung aussagt. Mit einem neuen Trainer dürfte die Mannschaft zusätzlich motiviert sein. Das 5:2 zuletzt in Ravensburg ist Warnung genug für uns. Wir dürfen und werden diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Ehrenberger. Bis dato hat es Ehrenberger immer gut verstanden, seine Männer auch in der Fremde optimal einzustellen. Immerhin hat der EVL vier der letzten fünf Auswärtsspiele gewonnen. Da Stephan Daschner zurückkehrt, kann Ehrenberger aus den Vollen schöpfen. Dagegen müssen die Falken nach wie vor auf Steven Bär, Brady Leisenring und Marco Habermann verzichten.

Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau (20:00)

Fette Beute sieht anders aus: Obwohl aufopferungsvoll gekämpft, blieben die Eispiraten in drei Spielen in Folge sieglos. Dabei hatten die West-Sachsen zuletzt immerhin keine geringeren Gegner als Rosenheim, Landshut und Dresdens Eislöwen vor dem Schläger – und scheiterten jeweils unglücklich. Und so kommt es, dass das Schlusslicht auch in der Spielestadt als Außenseiter antritt. Ein Quäntchen Hoffnung glimmt indes in Crimmitschau: mit 10:4 düpiert, schickten die Eispiraten zuletzt ihren Kontrahenten zurück nach Oberschwaben. Allerdings: Die erste Saison-Begegnung ging für Crimmitschau mit 2:8 – ebenso deutlich – verloren! 24 Treffer in zwei Partien: Die Fans wird’s gefreut haben! „Nur über Kampfgeist und Leidenschaft sind Punkte in Ravensburg für uns realistisch“, sagt Ober-Pirat Frank Dahlem, der weiß: „Ravensburg ist zu Hause eine Macht.“ Gerade dies konnten die Towerstars zuletzt gegen Heilbronns Falken aber nicht unter Beweis stellen und kassierten die zweite Heimniederlage der Saison. Schwachpunkt derzeit bei den Ravensburgern: Die mangelnde Effektivität der zweiten und dritten Sturmreihe. Zehn von zwölf Toren in den letzten fünf Spielen erzielte nämlich die erste Sturmreihe um Kelly, Cameron und Krestan. Verzichten müssen die Oberschwaben auf Christopher Oravec, der an einer Entzündung des Schambeins laboriert. Als Ersatz für den langzeitverletzten Verteidiger Matt Kelly steht gegen Crimmitschau wieder Manuel Kindl vom DEL-Kooperationspartner Augsburg zur Verfügung. Die Gäste konnten sich unter der Woche mit Tom-Patric Kimmel verstärken. Der 23jährige wechselt per Förderlizenz vom DEL-Club Schwenninger Wild Wings zu den Eispiraten.

Fischtown Pinguins - Starbulls Rosenheim (20.00)

Heimvorteil als Ballast? Wenn sich die Fischtown Pinguins mit den Starbulls aus Rosenheim treffen, scheint genau das der Fall. Denn in beiden bisherigen Nord-Süd-Duellen setzte sich jeweils der Gast durch (in Bremerhaven 2:3, in Rosenheim 3:4)! Ein Fakt, der diesmal doppelt für die Oberbayern spricht: Mittlerweile sind die Männer von Trainer Franz Steer mit zehn Triumphen das erfolgreichste Auswärts-Team der aktuellen Saison. Fraglich ist allerdings, ob die Rosenheimer nach zuletzt drei Siegen in Serie den Ausfall von Kapitän Stephan Gottwald, der noch immer an einer Gehirnerschütterung laboriert, sowie Routinier Dominic Auger, kompensieren können. Fraglich auch, ob die gefürchteten „Busbeine“ nach einer zwölfstündigen direkten Anreise am Spieltag beim Start ca. zwei Stunden nach Ankunft in der Seestadt wieder locker sind. Kein Wunder, dass Rosenheims Mannschaftsleiter Ingo Dieckmann als Marschroute ausgibt: „Wir müssen das erste Drittel schadlos überstehen.“ Dabei soll ein kompaktes Spiel mit Absicherung nach hinten das Rezept sein, um die Pinguine zu knacken. Derweil fiebert man in der Seestadt „dem Sportereignis des Wochenendes“ entgegen. Bereits am Donnerstagnachmittag waren weit über 3.000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Verständlich: Spiele gegen Rosenheim haben für die Fischtowner ihren eigenen Reiz und waren stets von hoher Qualität geprägt. Beide Mannschaften stehen für Kampf, Laufbereitschaft und Emotionalität. In der Tabelle trennen die Pinguine gerade vier Zähler vom Zweiten Rosenheim. Ein Fragezeichen steht aktuell noch hinter dem Einsatz von Verteidiger Steve Slaton, der über Kopfschmerzen und Schwindelgefühle klagt. Pinguin-Coach Mike Stewart: "Schade, Steve hätte es verdient gehabt, in dieser so wichtigen Partie der Mannschaft zu helfen. Umso mehr wird sich das Team zerreißen, um ihn nicht zu enttäuschen!"

Der 23. DEL2-Spieltag im Überblick:

Bietigheim Steelers - Lausitzer Füchse (19.30 Uhr)
ESV Kaufbeuren - EC Bad Nauheim (19.30)
Heilbronner Falken - EVL Landshut (20.00)
Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau (20:00)
Fischtown Pinguins - Starbulls Rosenheim (20.00)

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